Atlanta Jazzband Köln

Die Atlanta Jazzband, seit vielen Jahren in der Szene ein fester Begriff, wurde 1986 gegründet mit dem neuen Gedanken Old Jazz zu spielen. Dass sich daraus ein so eigenständiger Sound entwickeln würde, war nicht abzusehen. Aber bei solch unterschiedlichen musikalischen Vorgeschichten verwundert es heute nicht, wenn die Stile durchmischt wirken, als wollten Ragtime, Blues, funky music, Dixieland und Salsa eine lebenslange Liaison eingehen. Nicht zuletzt prägen eine Reihe origineller Eigenkompositionen das Klangbild der sechsköpfigen Band.

Die Atlanta Jazz Band wendet sich immer wieder neuen Aufgaben zu − verwirklichte zum Beispiel in dem Projekt ‚Baroque Meets Jazz‘ mit dem Trompeten Consort Friedemann Immer die Begegnung zweier so unterschiedlicher Welten wie der Alten Musik und dem Old Jazz. Sie bringt jedes Jahr in der Adventszeit mit ‚In Dixie Jubilo‘ Hunderte sangesfreudiger Kehlen zum Mitsingen alter Weihnachtslieder in Kirchen oder Brauhäusern. Und auch das frühlingsfrische Programm ‚Spring Is Here – Der Lenz ist da!‘ bewirkt das Wunder, bei Mailiedern oder internationalen Hits die Singstimmen der Zuhörenden in Schwung und Schwingung zu versetzen.

Man mag gespannt sein, was es von diesen sechs Musikanten noch zu hören geben wird!

 

Klaus Osterloh – Trompete/Flügelhorn/Cornett/Gesang

… begann das Trompetenspielen mit Neun und „hatte den ersten Blues“ mit Elf, als er nämlich nach einem Vortragsabend im Konservatorium beim Apfelsaft-Umtrunk gebeten wurde, den Mitternachtblues zu spielen. Den hatte sein kluger Lehrer ihm, neben vielen Etüden, auch mal eben beigebracht.

Schon früh schlug sein musikalisches Herz für die Jazzmusik und er gründete in der Schule seine erste Band. Später sammelte er Erfahrungen in klassischen Orchestern und begann seine Bigband-Karriere bei Erwin Lehn in Stuttgart. Er ist heute ein anerkannter Solist der WDR Big Band, dem zweifachen Grammy-Preisträger aus Köln, und pflegt weiterhin seine Vorliebe für die barocke Musik im Trompeten Consort Friedemann Immer. Osterloh bläst und singt „lead“ in der Atlanta Jazzband, für die er auch etliche Stücke (z.B. Blues No Time oder Bossa Obscura) verfasst hat. Mit Vergnügen packt er auch mal sein altes Alto-Horn aus und spielt darauf eine alte Weise.

Georg Mayr – Saxophone/Klarinette/Flöte

Schon durch seine instrumentale Vielseitigkeit ist er derjenige, der den Sound der Atlanta am Buntesten prägt und bereichert. Er bringt zu jedem Konzert mindestens sechs Instrumente herbei, um dann die Zuhörer durch sein äußerst warmherziges und virtuoses Spiel zu bezaubern. Schorsch Mayr, als gebürtiger Badener ins Rheinland eingewandert, gehörte 1971 zur Gründungsbesetzung der Bundeswehr-Bigband unter Günter Noris und ist heute sehr gefragt als Solist in namhaften Orchestern und bei Studioaufnahmen aller Art.

Bernt Laukamp – Posaunen/Harmonika/Tuba

… spielt nicht nur die Posaune in unserer Band, sondern ist auch der Mann mit dem größten Transportaufkommen: Bernt kümmert sich nämlich um unsere Beschallungsanlage.

Außerdem besitzt er eine Tuba und eine Mundharmonika, die er zu den Konzerten mitbringt, sodass sein Auto immer bis zur Halskrause mit Musik gefüllt ist. Seit seinem Studium an der Kölner Musikhochschule beschäftigt sich der gebürtige Münsteraner mit der Musik des 20. Jahrhunderts von Kid Ory bis John Cage, gräbt alte Jazz-Titel aus und stellt sie für die Atlanta Jazzband auf die Füße oder auf den Kopf (z.B. in The World). Wie Klaus Osterloh war er jahrzehntelang Mitglied der Bigband des großen WDR-Senders inmitten von Köln und ist somit ebenfalls Grammypreis-tragend. Bernt wird in jüngster Zeit auf Grund einer weihnachtlichen CD-Einspielung der Band als Julio Eglesias der rheinischen Tiefebene gehandelt.

Christian Cluxen – Klavier/E-Piano

Angefangen hat er seine musikalische Laufbahn auf der Gitarre seines Vaters, wo er „auf einem Faden“ (gemeint war eine Saite) erste Melodien wie das „Concierto de Aranjuez“ spielte. Über das Schlagzeug gelangte er ans Klavier und zu seinem ersten öffentlichen Auftritt im Alter von sieben − mit Dave Brubecks „Take Five“. Nach Jugendstationen im Orchester und verschiedenen Bands schrieb er ein Musical mit dem Namen „Got Life“, gewann mehrere Musikpreise und studierte Klavier und Musikübertragung an den Hochschulen von Hamburg, Detmold und Paris, wo er sich später auf Akustik spezialisierte. Nach längerer Zeit an der Pariser Nationaloper ist er inzwischen als Solist, Arrangeur und Produzent in ganz Europa unterwegs und insbesondere bei Sängern ein gern gesehener Begleiter.

Heinz Greven – Kontrabass

… ist zwar das an Jahren älteste Mitglied unserer Band, aber so unverschämt jung geblieben, dass wir beschlossen haben ihm den eigens gestifteten „Ehrenpreis Jugend musiziert“ zu verleihen. Die Liste der musikalischen Stationen seiner Laufbahn ist so lang wie bei den fünf anderen Band-Mitgliedern zusammen. Nur einige seien genannt:

Das legendäre Apollo-Theater in Düsseldorf während der frühen Fünfziger-Jahre, Kreuzfahrten um die halbe Welt (darin enthalten alleine 33 Aufenthalte in Havanna/Kuba!), langjährige Orchestertätigkeit im Kölner Rundfunkorchester des WDR, unzählbar viele Schallplattenaufnahmen. Zum Beispiel diese: Heinz Greven ist der Bassist auf der deutschen Erst-Aufnahme des Welthits „Marina“. Man hört ihn auch auf den Scheiben von Peter Alexander, Bill Ramsey, Ralf Bendix und vielen anderen.

Michael Claudi – Schlagzeug

Als „strenger Hüter rhythmischer Gesetze“ ist er derjenige, der für unsere Mischung aus „Rock in Swing“, „Boogie in New Orleans“ und „Salsa in Dixie“ verantwortlich zeichnet. Denn seine reichhaltige Erfahrung mit berühmten Showstars in First-Class-Galas erlaubt es ihm, die stilistischen Gleise einfach mal zu verlassen und Altes mit Neuem zu vermischen. Früher saß er sonntags an der Kirchenorgel und begleitete, schon damals „auf allen Vieren“ die Gemeinde bei ihrem fröhlichen Gesang. Heute, als Musikpädagoge, scheint er zwar ernste Miene zu heiterem Spiel zu machen. Dies ist jedoch seine Oberbergische Zurückhaltung und somit als inneres Lächeln zu interpretieren. Eine Frage wird ihm häufig gestellt, er beantwortet sie immer mit „Nein“, denn er ist nicht verwandt und nicht verschwägert mit dem Guitarristen, seinem Namensvetter Ali Claudi aus Düsseldorf.